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/ 23. Januar 2026

Managementbewertung – Freiheit wird eingeschränkt

Das Jahr ist vorbei und für viele Organisationen stehen die Vorbereitung fürs Management Review an. Derzeit darf die Organisation noch selbst entscheiden, welche Aspekte sie dabei berücksichtigt. So wie es aussieht, will die ISO diese Freiheit künftig wieder einschränken. Lesen Sie hier, was das konkret für Ihre Organisation bedeutet.

Was fordert die Norm aktuell bezüglich der Managementbewertung

In Abschnitt 9.3.2 der ISO 9001:2015 sind die Eingaben aufgelistet, die bei der Erstellung der Managementbewertung berücksichtigt werden können. Die Freiwilligkeit wird durch die Formulierung „unter Erwägung folgender Aspekte“ deutlich gemacht. Die danach folgende Aufzählung dient demnach als Vorschlag.

Was wird sich ändern?

Im neuen Entwurf der ISO 9001 steht derzeit „Die Managementbewertung muss enthalten …“. Laut Aussage eines Komitee-Mitglieds wird sich an dieser Aussage wohl auch nichts mehr ändern. Dies bedeutet, dass künftig wieder alle dort aufgezählten Aspekte vollständig berücksichtigt werden müssen. Neu aufgenommen wurde die Anforderung, Veränderungen in den Erfordernissen und Erwartungen interessierter Parteien (Stakeholder), die das Qualitätsmanagementsystem betreffen, zu berücksichtigen.

Redundanzen vorbeugen

Um künftig mögliche Redundanzen zu vermeiden, empfiehlt es sich, auf solche Themen lediglich zu verweisen. Wenn etwa Reklamationen monatlich im Führungskreis besprochen, Paretoanalysen erstellt und Maßnahmen zu den ersten beiden Säulen festgelegt und umgesetzt werden, ist es sicherlich ausreichend, wenn im Management Review auf die Statistik sowie den Maßnahmenplan verwiesen wird. In der Bewertung können dann Themen aufgegriffen werden, wie z. B. die terminliche Einhaltung der Maßnahmen oder – wenn vorhanden – zukünftige Einsparungen durch die erfolgreichen Maßnahmen und Nutzen für die Organisation.

Kumulative Zahlen sinnvoll

Zudem ist es sinnvoll, die Qualitätsergebnisse wie z.B. Reklamationen oder interne Abweichungen über das Jahr kumulativ abzubilden, da so auch das gesamte Ausmaß im Review deutlich wird. Dies ist ein Punkt, den Zertifizierungsauditoren in der Vergangenheit des Öfteren angesprochen haben.

Stefanie Gertz