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16. Oktober 2026

Revision ISO 19011:2026 – Die wichtigsten Änderungen (Teil 1)

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Revision ISO 19011:2026 – Die wichtigsten Änderungen (Teil 1)
Bild: ©Kanokwan-Plandee / iStock / Getty Images Plus
Im September 2026 ist die neue DIN EN ISO 19011 erschienen. Wir fassen hier die wesentlichen Änderungen für Sie zusammen. Für eine Leitlinie, deren Anwendung freiwillig ist, gibt es keine Übergangsfrist. Wenn Sie Ihre internen Audits jedoch nach Vorgaben der ISO 19011 durchführen, sollten Sie jetzt Ihre Auditoren auf den aktuellen Stand bringen und Ihren Auditprozess entsprechend anpassen.

Gliederung bleibt im Wesentlichen unverändert

Das offizielle Inhaltsverzeichnis, verglichen mit der Norm von 2018, zeigt im Grunde keine wesentlichen Änderungen. Allerdings werden nun die bisherigen Auditprinzipien in Kapitel 4 mit einzelnen Unterkapiteln abgebildet, ebenso der Anhang A. Ansonsten wurden redaktionelle Änderungen durchgeführt und die Norm sprachlich verbessert.

Inhalt wird um den Begriff Remote-Audit ergänzt

In Kapitel 3 der neuen Leitlinie findet sich nun unter Punkt 3.4 die Remote-Audit-Methode mit drei Anmerkungen. In der Vorgängerversion wurden diese als Fernaudits bezeichnet. Die Quelle dieser Änderungen ist die Akkreditierungsnorm ISO/IEC TS 17012:2024 (Konformitätsbewertung – Leitlinien für die Nutzung von Remote-Audit-Methoden beim Auditieren von Managementsystemen). Als Remote-Audit wird hier die Methode zur Durchführung von Audittätigkeiten von jedem Ort aus beschrieben, der nicht dem Standort der zu auditierenden Organisation entspricht. Anmerkung 1 berücksichtigt eine Kombination mit Vor-Ort-Methoden, um ein vollständiges und effektives Audit zu erreichen. Die Nutzung von Remote-Audit-Methoden wird im Anhang unter A.16 deutlich ausführlicher und vor allem verständlicher dargestellt. Hierauf gehen wir an gesonderter Stelle ein.

Standort-Definitionen

In Anmerkung 2 spricht die Norm von virtuellen Standorten, für die Remote-Audits genutzt werden können. Gemeint sind hier Standorte, an denen Arbeiten oder Dienstleistungen mit Hilfe einer Online-Umgebung erbracht werden. Prozesse können auf diese Weise unabhängig vom physischen Standort durchgeführt werden. Ein klassischer Anwendungsfall sind hier Arbeiten im Homeoffice.

Anmerkung 3 ermöglicht zudem Remote-Audits von einem Standort der zu auditierenden Organisation aus, wenn ein anderer Standort auditiert werden soll. So kann z. B. das Audit einer Niederlassung in den Räumlichkeiten der Zentrale stattfinden.

Auditprinzipien neu strukturiert

Die sieben Prinzipien sollen das Fundament der Arbeit von Auditoren bilden. Mit ihnen sollen Auditoren in der Lage sein, Auditschlussfolgerungen zu definieren, die relevant und ausreichend sind. Zudem sollen unabhängig voneinander arbeitende Auditoren unter ähnlichen Umständen auch zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangen, was für das Vertrauen ins Auditmanagement ein wichtiger Aspekt ist. Um diese Relevanz zu betonen, finden sich die sieben Prinzipen nun in eigenen Unterkapiteln wieder. Inhaltlich gibt es nur einige sprachliche Anpassungen.

In der nächsten Ausgabe betrachten wir die Änderungen in den Kapiteln 5 bis 7 sowie im Anhang. Hinweise zu Remote-Audits und Umsetzungsempfehlungen gibt es dann in der übernächsten Ausgabe.

Achtung
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die sieben Prinzipien um einen weiteren Punkt ergänzt wurden, da der risikobasierte Ansatz nun in 4.8 zu finden ist. Dem ist nicht so. Vielmehr wird in Kapitel 4.1 Allgemeines die Sinnhaftigkeit der Prinzipien erläutert.

Stefanie Gertz

Stefanie Gertz